Übersetzungen Raum 13 / 68

Raum 13 · ADHS II

Alltagssatz

„Reiß dich zusammen. Halt durch.“

Außenansicht
Bild zu „Ich muss nichts mehr halten“ mit der Liedzeile: Ich muss nichts mehr halten, nicht die Liebe, nicht den Schmerz. Ich geb sie frei, sie bleibt doch nah.

So steht es draußen geschrieben. Dahinter liegt, was es ist.

Ich muss nichts mehr halten

aus dem Album ADHS II · 247.blue

Übersetzung

Ich hab so lang getragen, was nie ganz meins war. Hab Mauern aus Gedanken um mein Herz gebaut, Jahr um Jahr. Doch heute wird es leiser, die Welt atmet mit mir – und ich spür, ich darf nur stehen, nicht mehr kämpfen, bin ganz hier. Ich muss nichts mehr halten, nicht die Stille, nicht das Licht. Alles darf sich selber tragen, ich vertrau, dass nichts zerbricht. Ich kann alles fließen lassen, ohne Richtung, ohne Zwang. Und doch steh ich, fest und ruhig, wie ein Baum im Morgendrang. Die Winde dürfen kommen, die Schatten dürfen ziehn, ich brauch sie nicht zu ordnen, muss sie nicht verstehn. Denn unter all dem Rauschen liegt und singt ein leiser Ton in mir, der sagt: du bist nicht verloren, du bist einfach hier. Ich muss nichts mehr halten, nicht die Stille, nicht das Licht. Alles darf sich selber tragen, ich vertrau, dass nichts zerbricht. Ich kann alles fließen lassen, ohne Richtung, ohne Zwang. Und doch steh ich, fest und ruhig, wie ein Baum im Morgendrang. Wenn die Welt zu laut wird, halt ich kurz den Atem an. Nicht aus Angst, nur um zu hören, dass sie weiterklingen kann. Ich muss nichts mehr halten, nicht die Liebe, nicht den Schmerz. Ich geb sie frei, sie bleibt doch nah – im Raum in meinem Herz. Ich kann alles fließen lassen, und der Strom trägt mich dahin. Ich steh still – und alles lebt, weil ich einfach bin.

Der Text hat sich ausgebreitet, je länger du geblieben bist. Er hat nichts verloren. Er wurde nur weiter.

Was würdest du loslassen, wenn du wüsstest, dass es trotzdem nah bleibt?

„Ich muss nichts mehr halten“ hören: Spotify · Apple Music