Raum 23 · ADHS II
Arbeitszeugnis
Er war stets bemüht.
Außenansicht
So steht es draußen geschrieben. Dahinter liegt, was es ist.
Pflicht und Sehnsucht
aus dem Album ADHS II · 247.blue
Übersetzung
Er steht im Licht der frühen Pflicht,
die Welt soll halten, was sie spricht.
Er zählt den Tag, nicht was er fühlt,
weil Ordnung ihn vor Zweifel kühlt.
Er denkt: Wer trägt, darf selten fliegen,
wer frei sein will, wird leicht betrogen.
So macht er weiter, still und klar,
und merkt nicht, was verloren war.
Ich wach durch Klang, nicht durch Kalender,
mein Herz ist Kompass, kein Gelände.
Wenn Sinn mich ruft, entsteht mein Plan,
ich folg ihm, weil ich sonst vergehn kann.
Nicht Ego bin ich, sondern Not,
ich ordne Welt durch innern Code.
Ich kann nicht anders – will nur sein,
wo Sinn und Tun sich decken rein.
Nur wer versteht, darf lassen,
nur wer lässt, versteht.
So wächst aus Pflicht und Sehnsucht
das Leben, das besteht.
Du trägst so lang, bis nichts mehr brennt,
vergisst, dass Freude dich erkennt.
Du nennst sie Schwäche, weil sie fehlt,
und hoffst, dass Arbeit alles heilt.
Doch ohne Glanz in deinem Tun
verstaubt auch Pflicht ins graue Ruh‘n.
Was du dem Leichten oft verwehrst,
ist das, was dich selbst umkehrt.
Ich bin nicht falsch, nur anders gebaut,
mein Feuer löscht sich, wenn man’s staut.
Ich brauch den Klang, um still zu steh’n,
die Welt in mir will mitschwing’n, sehn.
Gib mir nicht Regeln, gib mir Raum,
dann bau ich Ordnung aus dem Traum.
Denn Freiheit heißt nicht gegen dich,
sie atmet – wenn du lässt – durch mich.
Nur wer versteht, darf lassen,
nur wer lässt…
versteht.
So wächst aus Pflicht…
und Sehnsucht
das Leben, das besteht.
Was du gelesen hattest, ist hinter dir verschwunden. Nur eine Zeile ist geblieben.
Wann hat dich die Freude zuletzt erkannt – und hast du sie hereingelassen?
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